Wer denkt, das Leben an einem Internat wie diesem sei wie jedes andere, der irrt gewaltig. Affären zwischen Schülern und Lehrern, kriminelle Machenschaften unter den Schülern und Liebesdramen! Welche Rolle spielst du in alldem?
 
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 Der Comicladen

Diese Schriftrolle wurde am Mo Jul 18, 2016 2:08 pm von ©Damien Nolan verfasst.

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If you like causing trouble up in hotel rooms, and if you like having secret little rendezvous. If you like to do the things you know that we shouldn't do, Baby, I'm perfect

And if you like midnight driving with the windows down, and if you like going places we can't even pronounce. If you like to do whatever you've been dreaming about, Baby, you're perfect

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Diese Schriftrolle wurde am Mo Apr 17, 2017 11:18 am von ©Nova Czerny verfasst.
with: Staz Wiesnewsky
17°// 4. September 2016


„Weiß ich doch nicht, wo sie das Paket abgestellt haben,“ pfeffere ich genervt zurück, als mich Cody, mein Arbeitskollege hier im Comicladen, zum x-ten Mal fragte, wo das Paket mit den neuen Ausgaben von Spiderman sei. Normalerweise wurde ich nicht leicht gereizt, aber der gehässige Junge mit den fettigsten Haaren und einem selbstgefälligem Ausdruck auf dem Gesicht strapazierte meine Nerven enorm. „Bitte geh ins Lager nach hinten,“ murmle ich leise, während ich in dem Comic Watchmen blätterte. „Was?“, fragt Cody scharf und ich schüttle einfach den Kopf, dass ich nichts gesagt habe. Warum nicht einfach nur eine Person hier sein konnte, war mir ein Rätsel. Klar, unser Chef möchte, dass sich einer um Beratung kümmert, während der andere sich um das Lager kümmert und alles aufräumt. Am Ende stand ich aber die meiste Zeit rum, schmökere in meinen Lieblingscomics und kassiere ab. Die meisten Leute hier im Laden beschäftigten sich mit sich selbst, weshalb es auch schon ruhig war. Lediglich die gedämpfte Musik aus den Lautsprechern füllte die Stille. Ab und an, wenn mir wirklich langweilig war, knipste ich von ein paar Comicliebhaber ein unbemerktes Foto. Ich fand es schön, wie sie vertieft in ihre Lieblingsbeschäftigung waren und dabei so friedlich aussahen. Auch heute hatte ich sie griffbereit am Tresen liegen, allerdings fand ich mein Comicbuch im Moment einen Ticken interessanter. Im Laden waren eh nur zwei ungefähr zehn Jahre alte Kinder, ein Junge mit bunten Haaren und ein Mädchen in einem hellen Sommerkleid. Wären sie nicht im Laden, könnte ich in den Gängen mit dem Skateboard fahren und die Musik in den Lautsprechern lauter drehen, aber das war leider nicht möglich. Wenn ich das bei Kundschaft machen würde, würde mich Cody nur beim Chef verpetzen. Okay, vielleicht habe ich mal einen Ständer, wo verschiedene Comics drinlagen, angefahren und umgestoßen, aber das ist nur ein Mal passiert! Ich seufze auf und schaue sehnsüchtig zur Ladentür. Wenn nicht bald irgendwas passiert, würde ich ohne Witz einschlafen. So sehr ich auch meinen Nebenjob liebte, so sehr nervten mich auch die sehr ruhigen Tage.

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Diese Schriftrolle wurde am Mo Apr 17, 2017 12:00 pm von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
with: Nova Czerny

Bevor ich den Comicbuchladen betreten hatte, hatte ich den letzten Rauch in die Luft geblasen und den mickrigen Rest der Zigarette am Asphalt zerdrückte. Dann trat ich ein.
Mein Mund schmeckte noch immer nach Rauch, doch das war mir egal. Ich konnte nicht mehr aufhören... hatte es auch nicht vor. Nur auf dem Schulgelände durfte ich das nicht. Kein Problem.
Der Laden an sich war recht ruhig, was mich beruhigte. Ich hasste es in volle, laute Läden zu kommen, wo die Menschen umherströmte. Doch der Comicladen war für gewöhnlich immer sehr ruhig. Deshalb gefiel es mir hier so sehr, aber auch wegen den Comicbüchern.
Ich blätterte immer gerne durch Comics. Nicht nur, weil ich, schon seit ich klein war, an Superhelden interessiert war. Sondern auch, weil ich das Artwork mochte. Dabei fand ich immer ein paar Techniken, an denen ich mich selbst übte. Ja, ich träumte davon, eines Tages selbst Comiczeichner zu werden... nur fehlte mir dafür jede Idee.
Vielleicht hoffte ich auch, in den Büchern eine Idee zu finden.
Auf einem Regal fand ich Johnny the Homicidal Maniac, von dem ich in der Klinik gehört hatte. Mein Zimmernachbar, ein 14 Jähriger Junge, der an Bulimie litt, hatte mir davon erzählt. Hatte gesagt, meine Zeichnungen - zu der Zeit genau so düster wie die Gedanken - würden ihn daran erinnern.
Also nahm sich ich den doch recht unbekannten Comic und blätterte durch. Sehr düster... doch auch sehr interessant. Nachdem ich etwa 5 Seiten gelesen hatte, beschloss ich den Comic zu kaufen.

In meiner Tasche wühlte ich nach Geld. Auch wenn meine Oma mir angeboten hatte, mir oft Geld zu schicken, hatte ich selbst gesagt, ich wolle es nicht und würde für mein Geld arbeiten. Jetzt jobbte ich im Musikladen. Zwar nicht sonderlich viel Geld, doch es reichte allemal. Ich brauchte einfach den Abstand zu meiner Familie.
Als ich an die Kasse trat, bewegte ich das breite Armband zu meinen Narben am Unterarm, um sie vor der Kassiererin zu verstecken. Lächelnd legte ich den Comic hin und suchte das Geld raus.
"Schöne Haare!", sagte ich dann mit einem Grinsen zu dem Mädchen, welches fast genau so weiße Haare wie ich selbst hatte.

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Diese Schriftrolle wurde am Mo Apr 17, 2017 12:56 pm von ©Nova Czerny verfasst.
Mit meinen Fingern trommle ich in einem stetigen Rhythmus gegen den Tresen, während ich nun zum Handy gewechselt bin. Den Comic hatte ich zugeschlagen und neben mich gelegt, natürlich hatte ich mir auch die Seitenzahl gemerkt. Ich bin auch nur auf's Handy gewechselt, da es ununterbrochen vibriert hat. Meine Mutter und mein Bruder Liam schrieben mir fast jeden Tag, auch wenn es wirklich nichts Neues zu erzählen gibt. Jedes Mal wenn ich die Nachricht meiner Mutter öffne durchfährt mich ein Stich. Es war wirklich gut gewesen, dass mich meine Eltern vor zwei Monaten auf dieses Internat geschickt hatten. So konnte ich wenigstens Abstand gewinnen von dem, was vor drei Jahren bei meiner Mutter diagnostiziert wurde. Sie hatte die Krankheit zwar überlebt und besiegt, dennoch hat es Kerben hinterlassen. Hier hatte ich die Gelegenheit endlich mal die Vergangenheit in Irland zurückzulassen und einen Blick auf die Zukunft zu richten. Deswegen war ich eher auch immer zwiegespalten, wenn ich Nachrichten von meiner Familie erhielt, sodass sich meine Miene automatisch verdunkelt und sich meine Stirn zu kräuseln beginnt. 'Weg damit. Aus den Augen, aus dem Sinn,' denke ich mir entschlossen und lasse das Handy zurück in meinem Rucksack verschwinden, der unter dem Tresen lag.
Meine Aufmerksamkeit wurde eh geweckt, als die Ladentür geöffnet wurde und ein weiterer Schwall warme Luft hereinkam. Es war ein weißhaariger Typ, ziemlich groß und machte sich sogleich auf den Weg zu einem Regal. Da es praktisch ein Ritual von mir war, schnappte ich mir meine Kamera und wartete, dass er in einem Comic blätterte. Schnell und zielsicher machte ich einen kurzen Schnappschuss und warf einen kurzen Blick darauf. Es war wirklich gut geworden, wenn ich das ganz objektiv sagen darf. Der Fokus war auf den Jungen gerichtet, der Rest verschwamm etwas. Wenn es nicht komisch gewesen wäre, hätte ich mir fast lobend auf die Schulter geklopft.
Ich positioniere die Kamera an ihren ursprünglichen Platz und räume etwas an der Kasse auf. Ich hebe erst wieder den Kopf, als ich eine Person davor wahrnehme. Es war mein Fotomodel, welcher sich wohl für den durchgeblätterten Comic entschieden hat. Sein Kommentar über meine Haare ließ mich breit grinsen. „Ich finde deine aber auch ganz schön, habe diese Haarfarbe noch nie gesehen,“ erwidere ich scherzend und nehme den Comic in die Hand, um ihn einzuscannen. „Die Illustration soll da ganz interessant sein, hab ich gehört,“ murmle ich währenddessen. Gerne unterhielt ich mich mit den meisten noch, denn selten trifft man schließlich Personen an, die ähnliche Interessen haben wie man selbst. Am Computer zog ich den Comic vom Bestand ab und dann meinte ich in die Richtung des Käufers: „Das macht dann 17,90€, bitte.“ Ich wartete darauf, bis er sein Geld herausgekramt hat und frage, um die Konversation am Laufen zu halten und nicht mit dem furchtbaren Cody wieder allein zu sein: „Du gehst auch auf das Internat, oder? Ich glaube, ich habe dich mal am Flur gesehen.“ Es war wirklich einfach mittels der Schule irgendwie Kontakte zu knüpfen. Man konnte einfach über die Schulschönheiten herziehen – auch wenn sie mir zugegebenermaßen egal sind – oder sich über manche Lehrer beschweren. Ins Gespräch kam man immer irgendwie.

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Diese Schriftrolle wurde am Mo Apr 17, 2017 8:03 pm von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
Ich übergab ihr das Geld und hielt den Comic in meiner Hand. Mit der anderen fuhr ich mir durch mein Haar.
Dann musterte ich das Mädchen. Tatsächlich... irgendwie kam sie mir bekannt vor. Als hätte ich sie schon mal in der Masse an Schülern gesehen. Zugegeben, es gab Dinge, da gab ich mehr Acht drauf, als auf die Menschen aus anderen Klassen. Doch ab und zu sah man sich doch auf dem Schulgelände oder dem Flur.
Hatte ich dort ihre weißen Haare aufblitzen sehen?
"Ja, ich geh aufs Internat. 12A", erklärte ich ihr, verlor mein Lächeln dabei nicht. Leicht klang mein Akzent heraus, der die "E" lang zog und die R's rollte. "Und du?"

War die Frage zu direkt? Zu persönlich? Kurz bereute ich die Frage - war es nicht genau so, als würde man ein Kind fragen, wo es wohnen würde?
Mein Lächeln wurde leicht nervös. Immerhin wollte ich mich nicht vor jemandem in der Schule blamieren. Ich wusste, wie schnell man einen Ruf bekam und wie schnell die Gerüchte kochten.

Meine freie Hand steckte ich in meine Hosentasche, zu der Packung Zigaretten. In meinem Zimmer im Internat versteckte ich die Zigaretten. Nicht nur, weil es eigentlich verboten war. Hauptsächlich sollten sie sicher vor Schnorrern sein. Zigaretten waren immerhin teuer!
"Schöne Kamera", meinte ich dann, als ich das Model auf dem Tresen sah.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 10:05 am von ©Nova Czerny verfasst.
Ich nehme das Geld und sortiere es sorgfältig in die Kasse ein. Lieber arbeitete ich an der Kasse als im Lager hinten, da würde ich nur den Verstand verlieren. An der Kasse hatte ich wenigstens immer noch die Gelegenheit mit manchen zu plaudern und so die Zeit schneller vergehen zu lassen. Mich überraschte es nicht, als er meine Annahme bestätigt. Besonders von meiner Stufe kannte ich die meisten zumindest vom Sehen her und konnte lediglich nie Namen zuordnen, solange ich die Personen nicht direkt kennenlerne. „12B,“ erwidere ich und schließe die Kasse mit einer Bewegung. Ich lächle ihn freundlich an, denn ich bemerkte seine Unsicherheit. Ich bin ungefähr die letzte Person, bei der man sich unsicher fühlen musste. Wenn dann war ich es, die irgendwann bei einem Punkt sich zurückzieht. Außerdem kam ich auch damit klar, wenn jemand nicht gerade der mitteilungsbedürftigste war. Leben und leben lassen.
Allerdings machte sich bei mir auf einen Schlag auch Unsicherheit aus, als er meine Kamera bemerkt. Einige Sekunden lang starre ich meine Kamera an. Hatte er bemerkt, dass ich ein Foto gemacht habe? Manchmal kam es durchaus vor, dass ich dabei erwischt wurde und dann anschließend darauf angesprochen wurde. Manche fanden es ganz lustig oder einfach okay, wenn ich von ihnen Fotos machte, andere reagierten da ziemlich wütend und genervt, verlangten sogar, dass ich es wieder lösche. Ich sah es zwar nicht so dramatisch, dennoch war es unangenehm, wenn man deswegen angeschnauzt wird. Ich versuche meinen Gedankengang nicht zu sehr auf mein Gesicht zu übertragen, indem ich einfach lächle und an den Jungen gewandt sagte: „Danke, ich bin auch sehr zufrieden damit, was die Qualität angeht.“ Ich stütze meine Ellbogen am Tresen ab und blickte kurz zu den beiden Kindern im hinteren Teil des Ladens, um sicherzustellen, dass sie nicht irgendeinen Quatsch machen. „Kann ich dir irgendwie noch behilflich sein? Hier ist heute nicht so viel los, ich hätte also alle Zeit der Welt.“ Ich grinse ihn etwas an. Er schien nicht gerade der geselligste Mensch zu sein, weshalb ich im gern die Wahl überließ, ob er noch mit mir reden will. Erzwingen kann man eh nichts.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 10:27 am von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
Ich überlegte stark, in der Hoffnung, etwas finden zu können.
Dieses Schuljahr war ich erst dazu gestoßen, kannte in der Schule neben meinen Raumgesellen keinen wirklich. Die Leute aus meiner Klasse konnte ich langsam mit Namen zuordnen, doch mit keinem hatte ich bisher eine richtige Unterhaltung geführt.
"Du schießt also gerne Fotos?", fragte ich das Mädchen, dessen Name ich noch immer nicht kannte. Kurz fragte ich mich, wovon sie wohl im Comicbuchladen Bilder machen könnte.
Nun, die Atmosphäre war angenehm und ruhig und im richtigen Winkel konnte alles wohl ganz harmonisch wirken. Das Mädchen musste wissen, was sie dort tat. Außerdem - ich sollte nicht urteilen. Ich zeichnete kleine Katzen, die genau so gut in einem Cartoon vorkommen konnten.
Jeder sollte das tun, was er will, ohne dafür verurteilt zu werden.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 11:00 am von ©Nova Czerny verfasst.
Ich lächle zunächst, als er mich fragt, ob ich gerne Fotos schieße. „Ja, ich schieße gern Fotos von Leuten, ohne dass sie es mitbekommen. Ich mag dieses posierende nicht, sondern eher wenn sie in irgendetwas vertieft sind. Deswegen mache ich auch von den meisten, die den Laden betreten, ein Foto,“ gebe ich zu. „Manchmal mache ich auch Fotos von den Tieren im Tierheim, um sie besser an neue Familien vermitteln zu können. Ob sie gut sind, ist die andere Frage.“ Ich zucke mit den Schultern. Ich war keine die nach Lob bettelte oder sich selbst als die Beste darstellte. Ich mache einfach das, was mir gefällt und was mich glücklich macht. Alles andere ist mir ziemlich gleichgültig.
Da ich nicht wie ein schwaffelnder Wasserfall rüberkommen wollte, versuchte ich ihn dazu ermuntern, dass auch er etwas von sich erzählt. „Und du? Was machst du so, wenn man nicht gerade im Unterricht versauern muss?“ Ich lächle ihn an und beginne damit, mit meinen Füßen nach vorn und nach hinten zu wippen. Heute konnte ich nicht still halten, was vermutlich auch an meiner guten Laune liegt. Da es nicht immer so ist, genoss ich es umso mehr.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 11:36 am von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
Ich stimmte ihr zu. Auf jeder Socialnetwork Seite im Internet waren die Bilder so gestellt... so fake.
Natürliche Bilder fand ich schon immer schöner. Was vielleicht auch daran lag, dass ich nicht auf Kommando lächeln konnte und demnach für Posierung ungeeignet war.
"Ich zeichne viel und gerne", meinte ich dann zu ihr, als sie fragte, was ich gerne tat. Das ich gerne zeichnete war kein Geheimnis, deshalb teilte ich es jedem mit. Die halbe Zeit des Unterrichtes verbrachte ich damit in meine Hefte zu kritzeln und auch meine Zimmergenossen sollten wissen, dass ich die meiste Zeit über einen Zeichenblock hockte.
"Allerdings kann ich nicht sehr realistisch zeichnen. Mehr so... cartoon-comic mäßig" Ich hob den Comic in meiner Hand, um ihr anzudeuten, dass ich deshalb hier war... nun, dass es einer der Hauptgründe war.


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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 12:01 pm von ©Nova Czerny verfasst.
Tatsächlich erhielt ich eine Antwort auf meine direkte Frage. Mein Gesicht hellte sich automatisch auf, als er erzählt, dass er zeichnet. Ich mochte kreative Menschen schon immer auf Anhieb. Besonders wenn man sich mit solchen umgibt, kann man sich sicher sein, dass man auf irgendeine Art und Weise inspiriert wird. Auch wenn die Dinge gegensätzlich erscheinen wie Musik und Fotografie – man hat dennoch Einfluss aufeinander. Deshalb kam ich auch nicht umhin, ihn direkt zu fragen: „Ich würde gerne mal deine Zeichnungen sehen, wenn es dir nichts ausmacht und wenn du überhaupt Lust dazu hast. Würde mich echt interessieren.“ Der Comicbuchladen hat nicht nur meine Liebe zu Comic verstärkt, sondern hat mich auch dazu gebracht, viele Informationen und Wissen aufzuschnappen, weshalb ich es natürlich interessant fand, wie seine comicmäßigen Zeichnungen aussahen. Zudem brauchte ich auch noch etwas Inspiration für den Kunstunterricht. Ich hatte bereits überlegt, ob ich ein Foto per Photoshop etwas in einen Comic verwandeln kann. Aber ab da mangelt es etwas an Ideen, was das Motiv angeht.
Ich konnte es allerdings verstehen, wenn er sie mir nicht zeigen wollte. Jeder kreative Mensch lebt seine Gefühle oder Gedanken mit der Kunst aus, die er praktiziert – es war also etwas ziemlich persönliches. Deswegen stellte ich mich einfach kurzerhand vor. „Damit du es auch keiner völlig Fremden zeigen musst: Ich bin übrigens Nova.“ Ich lächle und binde mir mit einer geschickten Bewegung die weißen Haaren zu einem Pferdeschwanz zusammen, damit sie mir nicht ständig ins Gesicht fallen.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 12:58 pm von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
"Ich bin Staz", stellte ich mich schließlich dann auch vor und lächelte Nova entgegen. Dass sie meine Zeichnungen sehen wollte, freute mich genau so wie es mich erschreckte. Natürlich war es schön zu hören, dass jemand Interesse an meinen Bildern hatte... doch was, wenn sie ihr nicht gefielen und sie sich über die Bilder lustig machte?
Bei meinen Zeichnungen war ich sehr empfindlich.
Doch dann betrachtete ich es von einer anderen Seite: Nova arbeitete mit Comicbüchern... vielleicht könnte sie mir Verbesserungsvorschläge geben?
"Leider habe ich keine Zeichnungen dabei", meinte ich lächelnd. "Aber wenn du willst, kann ich dir später mal welche zeigen. Ich bin in Zimmer Nummer 3"
War es unklug, ihr meine Zimmerzahl zu geben?
Obwohl, eigentlich war es ja egal. Unter den Schülern war die Zimmeraufteilung eigentlich kein Geheimnis

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 5:41 pm von ©Nova Czerny verfasst.
„Freut mich dich kennenzulernen, Staz,“ erwidere ich höflich und lächle zurück. Sein Name ließ mich gleich fragen, von wo er kommen könnte. Sein Akzent war mir bereits aufgefallen und der Name war jetzt nicht wirklich gewöhnlich – wobei, meiner war das auch nicht. Dennoch fand ich es immer interessant zu wissen, wo die ganzen Schüler vom Internat herkamen. Es schien als würden Jugendliche von den verschiedensten Ländern hier ins Internat geschickt, aus den ebenso verschiedensten Gründen. Doch ich fand, dass es eine recht persönliche Frage war, weshalb ich sie einfach auf später verschob.
Ich freute mich wirklich darüber, dass er damit einverstanden war. Zudem war es nie schlecht, wenn man ein paar Kontakte mehr am Internat knüpfte. Matt zum Beispiel sah ich nicht mehr so oft seit er mit seiner Freundin Katy zusammen ist und es machte mich nicht wütend, sondern eher resigniert. Paare eben.
„Okay super, ich komm' dann vorbei, wenn ich mit meiner Schicht hier fertig bin. Ich wäre dann in einer Stunde ungefähr im Internat,“ beschloss ich. Mit dem Bus wäre ich ein paar Minuten früher da als mit dem Skateboard, aber wer fährt schon gern Bus? Da ich wusste, wie schwer es manchmal war, sich zu überwinden anderen seine Sachen zu präsentieren, schlug ich spontan vor: „Im Gegenzug kann ich dir auch ein paar Fotos zeigen, denn vielleicht, vielleicht auch nicht ist auch ein Foto von dir dabei, das eigentlich echt gut geworden ist.“ Ob es gut oder schlecht war, das zuzugeben, wird sich zeigen. Ich lächle ihn halb entschuldigend an. Ich konnte verstehen, dass man es nicht mochte aus dem Hinterhalt fotografiert zu werden. Aber so bin ich nun mal: etwas verrückt und manchmal zu ehrlich.

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 8:27 pm von ©Staz Wiesnewsky verfasst.
Ich lachte leicht auf. "Bin ich so fotogen?", fragte ich Nova und fuhr mir durch die Haare, doch musste sofort wieder lachen.
Nein, fotogen war ich nicht. Ich hatte einfach kein Kameragesicht. Kein Kameralächeln.
Dass ich heimlich fotografiert worden war... fand ich nur bedingt schlimm. Beim Comics Durchblättern war das keinProblem, solange man mich nicht halb nackt fotografierte...

"In einer Stunde?", wiederholte ich dann und nahm mein Handy raus, schaute auf die Uhr. Dann hatte er noch ein wenig Zeit aufzuräumen und die Zeichnungen rauszusuchen... und jene zu verstecken, die Nova nicht sehen durfte.
Ich entknotete die Kopfhörer und hob zum Abschied die Hand. "Ich lass dich dann noch arbeiten. Bis später dann. Nicht vergessen: Nummer 3"
Ich verließ den Comicladen mit Johnny the Homicidal Maniac in der Hand und dem Klang von Clint Eastwood von den Gorillaz in meinen Ohren. Als ich weit genug weg war, um aus dem Comicbuchladen nicht mehr gesehen zu werden, zündete ich meine Zigarette an.



-> Internat // Jungenzimmer // Zimmer 3

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Diese Schriftrolle wurde am Di Apr 18, 2017 9:33 pm von ©Nova Czerny verfasst.
Ich spürte so etwas wie Anspannung in mir auf einen Schlag abfallen, als Staz glücklicherweise sehr entspannt darauf reagiert. Ich lache kurz mit, wobei es sich wirklich erleichtert anhört. „Das siehst du dann später selbst, wie fotogen du bist. Lass dich einfach überraschen.“ Ich zog kurz so ein Gesicht, als wäre es ungefähr so spannend wie die Wahlergebnisse.
„Ja genau,“ bestätige ich und stemme die Arme in die Hüfte. Ich machte ebenfalls so etwas wie eine Winkbewegung und erwidere lächelnd: „Okay, bis später.“ Während er aus dem Laden geht, schreibe ich mir schnell auf ein Post-it nochmal die Zimmernummer, denn ganz traute ich meinem Gedächtnis doch nicht. Ich arbeitet also noch meine Schicht ab. Einem Mädchen musste ich helfen bei der Wahl des perfekten Comics für ihren Freund, ein Junge konnte seinen Lieblingscomic irgendwie nicht finden und ich nahm ein Päckchen entgegen, was für den Chef gekommen war. Ich legte es ihm auf den Schreibtisch und meldete mich dann bei Cody ab, der für mich auch abstempelt. Letztendlich konnte ich meine Kamera in meinen Rucksack packen, mein Skateboard vom Lager holen, da es dort an der Wand gelehnt ist und mich auf den Weg Richtung Internat machen. Da es doch recht knapp war, konnte ich nicht noch erst zu meinem Zimmer, um mein Zeug dort abzuladen, sondern musste es kurzfristig mit zu Staz nehmen. Meine Aufregung stieg, sobald ich das Internat sehen konnte. Ich war wirklich sehr gespannt auf seine Zeichnungen.

→ Zimmer 3 (Jungenzimmer)

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